Tristans großer Bruder

Mein großer Bruder heißt Jean-Pascal und wird im Sommer 7 Jahre alt. So sehr hatte er sich ein Geschwisterchen gewünscht. Dann wurde meine Mama mit mir schwanger, er hat vor Freude fast Luftsprünge gemacht. Hat Mamas Bauch jeden Tag geküsst und gestreichelt, durch ihren Mund zu mir gesprochen. Jeden Abend wenn meine Mama ihn zu Bett gebracht hat, legte er seine Spieluhr auf ihren Bauch, so konnte ich die tolle Melodie hören. Er konnte es kaum abwarten das ich zur Welt komme.
Jetzt bin ich zwar da, aber er kann mich nur durch die Scheibe im Krankenhaus sehen. Oder die Bilder und Videos die meine Mama macht. Mein Bruder hat mir umgehend seine Spieluhr vererbt und Mama hat sie mit ins Krankenhaus gebracht. Sofort habe ich diese Melodie wieder erkannt und fühlte mich gleich viel wohler in meinem Inkubator.
Trotz das mein großer Bruder so lange auf mich warten muss ist er sehr, sehr stolz ein "großer Bruder" zu sein. Meine Mama besucht mich jeden Tag im Krankenhaus und so muss Pascal bei Freunden oder seinen Papa sein, aber er macht es gerne. Ohne Eifersüchtig zu werden.
Jeden Abend fragt er die Mama: "Wann kommt Tristan endlich nach Hause?"
Mein Bruder und meine Mama singen mir jeden Abend ein gute Nachtlied vor und küssen dann mein Bild. Ein sehr schönes Ritual.
Leider durfte mein großer Bruder mich nur 2 Wochen bei sich zu Hause kennen lernen, bevor ich ging. Für ihn war es unbegreiflich und unendlich schmerzhaft. Er hat alles genau mitbekommen, denn es geschah noch bevor er zur Schule musste.
Auf meinem letzten Weg war er dabei, so unsagbar traurig das er nun keinen kleinen Bruder mehr hatte.


