Deine Klinkzeit nahm kein Ende...

Dein erster Tag auf Erden 19.03.2007
Ich habe es mit aller Kraft geschafft zu laufen, damit der Katheter gezogen wird. Denn sonst hätte ich nicht zu dir gedurft. Als ich vor dem Inkubator bei dir saß, konnte ich nicht anders als nur weinen. Du warst so klein und winzig, so viele Schläuche, Monitore und Sauerstoffmaske. Aber du hast selber geatmet, mit etwas Sauerstoffzufuhr. Deine Infektion wurde mit Antibiotika behandelt. Aber dein Zustand war stabil. Leider durfte ich dich noch nicht berühren, so bin ich weinend wieder raus.
20.03.2007
Du bist Gott sei Dank stabil und hast lt. Ultraschall keine Gehirnblutung. Endlich durfte ich dein winziges Händchen halten. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Die Spieluhr von Pascal habe ich dir auf den Inkubator gelegt (Pascal hatte sie immer auf mein Bauch gelegt da mit du die Melodie hörst), und du hast darauf reagiert, was mich sehr glücklich machte. Auch deine erste Kuscheldecke (eine Giraffe) legte ich zu dir in den Inkubator... zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht das sie dich für immer begleiten wird.
Am 5ten Tag hatte eine Schwester ein besonders Geschenk für mich, ich durfte dich das aller erste mal ohne Sauerstoffbrille und Mütze sehen. Du sahst sooo süß aus. Das schönste war aber das ich dir den Bauch massieren durfte. Erst hast du geweint, doch als ich mit dir geredet habe, wusstest du das es die Mama ist und hast dich total entspannt. Das Gefühl dich endlich ganz gespürt und berührt zu haben war das tollste mit auf der Welt.
Am 6ten Tag durfte dein großer Bruder dich endlich durch das Fenster sehen. Eine Schwester hat dich extra hoch gehoben. Du hättest die Augen von Pascal sehen sollen. Er hat ohne Ende gestrahlt und war total gerührt seinen kleinen Bruder zu sehen.
Als ich am nächsten morgen auf dein Zimmer kam, fragte ich die Schwester ob du schläft. Sie sagte: "Ja, aber schauen sie mal wie er schläft." Du warst ohne Maske und Mütze, volle 6 Stunden hast du es ohne Sauerstoffmaske geschafft, ich war so stolz auf dich. Ab dem Zeitpunkt fingst du immer sehr an zu meckern wenn man sie dir wieder aufgesetzt hat. Es zeichnete sich schon dein süßer kleiner Dickkopf ab. Bei der Visite sagt der Chefarzt, das du für alle ein Wunder bist und wie weit du schon in der Woche bist. Er wäre sehr optimistisch bei dir. Ich habe mich so darüber gefreut und es hat mir mein Herz erwärmt. Wie jeden Tag sagte ich zu dir: "Mein kleiner Tristan, kämpfe bitte tapfer weiter!"
Es war alles bei dir soweit stabil, keine Hirnblutung (die aber noch kommen könnten), Magen-Darm-Trakt auch stabil. Allerdings hattest du schon 2 Leistenbrüche, die später operiert werden müssten. Ich war geschockt... ansonsten waren sie sehr zufrieden mit dir, das wichtigste war das du Darmbewegungen hattest...
Langsam aber stetig nahmst du an Gewicht zu, wenn du nicht schnell genug dein Essen bekommen hast, hast du wieder gemeckert. Du warst das Vorzeigekind der Station und oft haben sie vergessen wie klein du noch bist. Dann kam unser großer Tag, den ich nie vergessen werde. Ich durfte mit dir kuscheln. Dieses Gefühl dich ganz auf meiner Haut zu spüren war unbeschreiblich, nie zuvor durchströmte mich so viel Glück. In den folgenden Tagen ging es dir immer besser.


